Il Carnevale nella cucina di nostra madre

Karneval in Mutters Küche

Als man sich satt aß… denn dann kam die Stille

In der Familie unserer Mutter war der Karneval kein Wort im Kalender.
Es war eine präzise, fast feierliche Zeit. Es hatte einen Rhythmus, eine Ordnung, einen Duft.

Und es hatte ein Menü.

Nichts wurde dem Zufall überlassen. Jeder Tag hatte sein Gericht, jedes Gericht seine Bedeutung.

Man aß viel. Man lachte laut. Man frittierte ohne Angst.

Denn dann, mit dem Glockenschlag Mitternacht am Faschingsdienstag, änderte sich alles.

Fetter Donnerstag: Es geht richtig los

Die Karnevalsfeierlichkeiten begannen am Fetten Donnerstag. An diesem Tag kamen die Crescentine imborlengate auf den Tisch — frittierte, aufgeblähte und warme Crescentine, gefüllt mit der Füllung der Borlenghi — reichhaltig, schmackhaft, großzügig.

Und zusammen mit ihnen, unvermeidlich, die Bologneser Sfrappole.
Knusprig, leicht, goldbraun. Eine zerbrechliche Wolke, die zwischen den Fingern zerbrach.

Es war der Beginn der Fülle.

Freitag: Apfelküchlein

Am Freitag kamen die Apfelküchlein. Warm, duftend, mit jener einfachen Süße, die nach Heimat schmeckt.

Die Äpfel in den Teig und dann ins heiße Öl getaucht, mit Zucker bestreut.

Man aß sie noch lauwarm, und es schien nie genug zu sein.

Samstag und Sonntag: Sfrappole in Hülle und Fülle

Samstag und Sonntag waren Tage der Besuche, von Verwandten, von Nachbarn, die vorbeikamen.
Auf dem Tisch stand immer ein Tablett voller Sfrappole.

Man frittierte weiter. Man bestreute weiter. Man aß ohne zu zählen.

Es war ein Fest, das man mit dem ganzen Körper erlebte, ohne Maß.

Faschingsdienstag: das letzte große Festmahl

Und dann kam der Faschingsdienstag. Der letzte Tag.

An diesem Tag wurden die Borlenghi und noch mehr Sfrappole zubereitet. Es war fast eine Herausforderung: bis zum Schluss essen, bis zum letzten Bissen.

Denn man wusste, dass in wenigen Stunden etwas anderes beginnen würde.

Ab Mitternacht: Stille

Um Mitternacht des Dienstags endete der Karneval. Die Fastenzeit begann.

Am Aschermittwoch wurde auf Fleisch verzichtet. Und für viele auch gefastet.

Und so sollte es an allen Freitagen der Fastenzeit sein.

Nach Tagen des Frittierten, Zuckers und der Fülle kam die Zeit des Maßes.

Es war nicht nur eine religiöse Regel. Es war ein Lebensrhythmus.

Zuerst übertrieb man. Dann kehrte man zurück.
Zuerst lachte man laut. Dann kehrte man zur Stille zurück.

Der Sinn all dessen

Heute halten wir diese Rhythmen vielleicht nicht mehr mit der gleichen Strenge ein. Aber etwas können wir immer noch lernen.

Dass das Fest nur Sinn hat, wenn es auch eine Erwartung gibt.
Dass die Fülle nur Wert hat, wenn wir das Maß kennen.
Dass Essen nicht nur Nahrung ist, sondern gemeinsame Zeit.

In diesen Küchen wurde viel frittiert, ja.
Aber man lernte auch, dass jede Jahreszeit ihren eigenen Schritt hat.

Und vielleicht ist genau das die wahre Lehre des Karnevals: bis zum Schluss genießen, wissend, dass man dann zur Einfachheit zurückkehren wird.

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